Der unterschätzte Domino-Effekt
Warum liebelose Stammdaten Ihr ERP-Projekt lahmlegen
Es ist die unbequeme Wahrheit in fast jeder digitalen Transformation: Unzureichende Stammdaten entscheiden am Ende über den Gesamterfolg oder das Scheitern einer ERP-Einführung.
In vielen Unternehmen sind Stammdaten historisch gewachsene Datensammlungen. Oft wurden Datensätze im Tagesgeschäft „mal eben schnell“ erstellt, damit es im Prozess weitergehen kann. Bei einer Systemumstellung rächt sich diese Lieblosigkeit bitter.
Der Fehler-Teufelskreis in der Praxis
Stammdaten ziehen sich wie ein Nervensystem durch Ihr gesamtes ERP. Wenn am Anfang der Kette ein Fehler in den Artikel-, Kunden- oder Lieferantendaten steht, wandert dieser unbemerkt weiter.
Das Problem dabei: Wie bei der Produktion eines Bauteils wird die Behebung eines Fehlers umso teurer, je später er entdeckt wird.
- In der Logistik führt es zu Falschbuchungen und Verwirrung.
- Im Controlling sorgt es für fehlerhafte Auswertungen.
- Der Worst Case: Der Fehler schlägt bis zur Rechnung beim Kunden durch. Ein korrigiertes Großprojekt-Dokument im Nachgang zu klären, kostet nicht nur unnötig Geld, sondern im schlimmsten Fall auch Ihr Gesicht vor dem Kunden.
Die Lösung: Datenbereinigung gehört ins Altsystem!
Warten Sie mit der Datenpflege nicht, bis das neue System steht. Der beste Weg ist die Bereinigung direkt als zweiten Schritt nach der Prozessanalyse anzugehen – und zwar noch im Altsystem. Warum? Ihre Mitarbeiter sind mit der alten Umgebung vertraut und korrigieren Daten dort um ein Vielfaches schneller, als wenn sie parallel eine neue Software erlernen müssen.
Pragmatismus schlägt Perfektionismus
Besonders in mächtigen Systemen wie SAP verliert man sich schnell in der Datenflut. Wer alles pflegen will, was das System hergibt, bringt das Tagesgeschäft zum Erliegen. Hier gilt der einfache Grundsatz: So viel wie nötig, nicht so viel wie möglich.
Nutzen Sie die ERP-Einführung als einmaligen Frühjahrsputz. Binden Sie proaktiv Kunden und Lieferanten ein, um Adressen und Konditionen zu validieren. Das signalisiert Professionalität und schafft die Basis für eine hocheffiziente, digitale Zusammenarbeit nach dem Go-Live.
